Was dem Burgenland fehlt, ist eine Kreativszene.
June 22nd, 2009 at 14:24Leider passiert all das im Verborgenen, und – wie im Burgenland vor allem dann, wenn es um EU-geförderte Projekte geht, üblich – sehr halbherzig. So kommt es, dass der burgenländische Normalverbraucher leider überhaupt nichts von einer Kreativszene mitbekommt.
Burgenländische Kultur, das ist Wein und Seefestspiele, Thermen und Golfplätze. Aus. Kaum eine Eisenstädterin kennt das Modelabel 87er, kaum jemand würde vermuten, dass Karin Schäfers Figuren Theater in Neusiedl am See sein Hauptquartier hat, keine burgenländische Band (ausser vielleicht Garish) hat es in die Köpfe der Burgenländer geschafft.
Woran das liegt ist offensichtlich: es gibt nichts und niemanden, der diese vielfältigen kulturellen und kreativen Unternehmen und Persönlichkeiten zusammenbringt und ihnen eine Plattform gibt. Es gibt keinen landesweite Plattform, kein Bewußtsein seitens aller möglicherweise involvierten (politischen) Institutionen für Kreativwirtschaft abseits des Mainstreams und der EU-geförderten Großprojekte. Ja, es gibt nichteinmal einen burgenlandweiten Veranstaltungskalender – eine Tatsache, die mich seit Jahren verwundert und ein klares Versäumnis der Tourismusbehörden ist.
Die im Raum stehende Frage ist natürlich: braucht das Burgenland überhaupt eine starke, gut präsentierte Kreativwirtschaft? Passt das ins weinselige Pensionstouristenbild? Ich weiß es nicht, werde aber versuchen, es durch Befragung der Betroffenen herauszufinden und nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen. Denn das Burgenland hat sich mehr verdient, als Kreativwirtschaftler, die ob der mangelnden Möglichkeiten nur ein Ziel haben: raus aus dem Burgenland zu kommen.
Tags: Kreativwirtschaft, Kultur






