Grünkapitalist

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Die neue Sachlichkeit.

(Private) Landestankstellen – billiger Sprit auf Kosten der Steuerzahler

July 16th, 2009 at 12:08
Ich habe mich in meinem letzten Blogbeitrag mit der Biegsamkeit der Spritpreise im Allgemeinen befasst. Das Land Burgenland plant nun  allerdings, den Billigsprit flächendeckend anzubieten und greift dabei weiterhin auf Verträge mit privaten Betreibern zurück.

Heute fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Hallo?! Die Verträge mit dem Land Burgenland bedeuten klarerweise nicht nur, dass sich private Tankstellenbetreiber verpflichten, den Diesel so günstig wie die Landestankstellen herzugeben, sondern auch, dass das Land einen Kostenausgleich an die Vertragspartner wird zahlen müssen. Weil warum sollte ein privater Anbieter ohne (finanziellen) Vorteil seinen Sprit billiger abgeben.

Ich wage sogar zu behaupten, der vertraglich gewährte Kostenausgleich übersteigt die Preisspanne zwischen “privatem Diesel” und “Landesdiesel”. Denn warum sollte sich sonst ein privates Unternehmen vertraglich an das Land binden? Erkennen Sie den Skandal? Noch nicht? Dann stelle ich mal folgendes fiktives Gespräch zwischen Landeshauptmann Niessl und einem privaten Tankstellenbetreiber in den Raum:

Niessl: “Geh, möchtest nicht den Sprit so günstig anbieten wie wir? Ich zahl Dir auch die Differenz!”
Privater: “Gerne! Aber warum sollte ich das tun? Das bedeutet den ur bürokratischen Aufwand dafür, dass ich gleich viel Geld für den Sprit bekomme wie vorher!”
Niessl: “Na gut, dann legen wir noch 2 Cent drauf pro Liter. Dann hast Du was vom Vertrag mit uns.”
Privater: “Super, gerne! Abgemacht!”

Ich fasse also zusammen: Ein Bundesland, das im Grunde bankrott ist investiert aus einer kranken Laune heraus sehr viel Geld in ein Tankstellenprojekt und verwendet dafür Steuergelder von allen Burgenländern.

Daraus ergibt sich folgender Anfragebedarf:

  • Was beinhalten die einzelnen Verträge?
  • Wie hoch sind die Kosten für das Land Burgenland aus diesem Projekt?
  • Wie gedenkt das Land Burgenland die entstehenden Kosten zu decken?
  • Welche Landesbudgets werden hinsichtlich dieses Projektes belastet?

Meiner Meinung nach handelt es sich hier um einen veritablen, weithin unterschätzten Skandal, der nach Aufklärung schreit!

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4 Responses to “(Private) Landestankstellen – billiger Sprit auf Kosten der Steuerzahler”

  1. Die Grünen - Oberschützen » BILLIG TANKEN AUF LANDESKOSTEN Says:

    [...] durch diesen beitrag von christian schreiter, zu der angedachten erweiterung der verbilligten dieselabgabe bei den bgld. [...]

  2. Der Konterspieler Says:

    vielen/den meisten ist es scheißegal wenn tankstellenpächter durch die aktion vom Sonnenkönig Hauns I. pleite gegen.
    hauptsache billig. Dem Sonnenkönig ist es auch wurscht, weil die pächter wählen eh övp.

    genauso ist es den meisten wurscht wie es den schweinen, rindern, hühnern bis zum abstechen gegangen ist. hauptsache billig.

    dass in der schokolade kinderarbeit steckt ist auch den meisten scheißegal. hauptsache billig.

    wer wo wie die schuhe und t-shirts produziert ist vielen auch wurscht. hauptsache billig.

    was glaubst warum das bzö in kärnten so abgeräumt hat. wegen der ortstafel. aber geh. weil das bzö hundert euro scheine regnen lässt.
    “Aber das Land verschldet sich enorm …”
    Scheissegal

  3. Christian Schreiter Says:

    Toni, da hast Du leider recht …

  4. SPÖ-Landesrat Bieler im Machtrausch. | Grünkapitalist Says:

    [...] habe ich unter anderem hier, hier und hier [...]

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